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AvD 100 Meilen
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Drei Rennserien, zwei Fahrer, zwei Porsche GT3, ein Team
An einem Wochenende zwei Titel 
Das gelingt nicht in jeder Saison. Der Gewinn zweier Meistertitel an einem Rennwochenende. Wie sieht so ein Erfolgswochenende aus Sicht eines Rennstalles aus. Eine Frage die auch viele Fans, besonders aus der Heimatregion des Teams und der Rennfahrer interessiert. Immer wieder begleiten heimische Racefans das Erlenbacher Team Sportwagenschmiede zu den Rennwochenende. 
 © Jürgen Holzer
 Doppeleinsatz für Jürgen Bender mit Erfolg  
Fans aus dem Raum Heilbronn oder dem Raum Karlsruhe, den Heimatorten der Fahrer Jürgen Bender und Martin Dechent besuchen nicht nur gerne die Rennen im nahen Hockenheim, sondern auch immer wieder gerne neue, entfernte Rennstrecken. Diesmal ist es das Wochenende im Italienischen Monza. In den 14 Tagen vor dem wichtigen Monza-Termin herrscht Hochbetrieb bei „Schmiedechef“ Marco Bayer. Für den SCC-Start und die AvD-100-Mailen ist Jürgen Benders weißer Porsche GT3-Cup ebenso vorzubereiten, wie der aus dem Sport-TV bekannte, neongelbe Porsche -GT3-Cup der GT-Masters-Serie für Martin Dechent. Der „Gelbe“ rollt in Monza diesmal in der DMV-Serie an den Start. Genannt sind in der SCC-Serie 33 Sportwagen und GT‘s, bei den AvD-100 Meilen 25 Sportwagen und GT’s und in der DMV-Serie satte 45 Starter. Mächtige Konkurrenz also in allen 3 Starterfeldern. In der SCC und der DMV stehen bereits am Samstag je 2 Rennen auf dem Programm. 

Mittwochs vor dem Wochenende werden der weiße und der gelbe Porsche in der Werkstatt der „Schmiede“ verladen. Dann startet der Transporter mit Peter Wiedenborn am Steuer auf die 11 Stunden lange Reise durch die Schweiz ins Norditalienische Monza. Dort, nördlich von Mailend, wird am Donnerstag die Box 19 eingerichtet. Am Donnerstagabend machen sich Tuner Marco Bayer mit seiner Gattin Sandra auf den Weg zum Rennen. Sandra Bayer befasst sich vor Ort bei den Rennen mit der PC-Auswertung der Zeitmessung und Technikauswertung des Team. Am frühen Freitag treffen Renntechniker Klaus Dechent sowie die beiden Fahrer in der Box 19 ein. Das erste freie Training für beide Wagen beginnt um 9.30 Uhr. Danach folgen sofort die Zeittrainingsläufe für beide Rennserien. Erfahrungsgemäß wird es dabei erstmals richtig stressig. Für Jürgen Bender jedoch zunächst weniger. Gilt es für ihn lediglich mit einer Basisabstimmung in die SCC-Training zu gehen. Dort will er später unter Rennbedingungen testen, wie sich der Porsche unter den herrschenden Wetterbedingungen auf der Strecke von Monza verhält. Übersteuern, Untersteuern, Höchstgeschwindigkeit mit den gewählten Reifen, Anbremspunkte, alles sind an jedem Rennwochenende immer wieder neu zu beantwortende Fragen. Topzeiten bilden im freien Training nicht das Hauptziel. Alles klappte perfekt. Am Nachmittag kann Martin Dechent den „Neongelben GT3“ für das DMV-Rennen auf die Startplätze 1 in der Klasse stellen. Bis in den Abend hinein werden Fahrwerksdetails am Bender-Porsche, dem „Weißen“, umgebaut „Im Hinblick auf die AvD-100-Mailen am Sonntag kann ich das bereits jetzt von Marco montieren lassen. Das spart später entscheidend Zeit“, so Bender nachdenklich. Ruhe kehrt am Abend in der Box Nr.19 von Monza noch lange nicht ein. 

Samstagmorgen dann die ersten Rennstarts. Um 10.15 geht es für Jürgen Bender los. Es regnet und ist ungemütlich frisch. „Kein Italienwetter“, bemerkt Sandra Bayer und schüttelt sich etwas. Marco Bayer ist zu letzten Absprachen am Startplatz auf der Zielgeraden in Monza. Er steht beim Neckarsulmer Fahrer am Auto. Dann der Start der SCC-Boliden. Den Ton geben im gemischten Feld die gerade mal 500Kg leichten Rennsportwagen von Ex-Formel-1-Hersteller Ligier an. Die GT-Division dagegen ist eine klare Angelegenheit für Jürgen Bender. Er entscheidet die GT-Division an diesem verregneten Vormittag in Monza für sich. Feiern wäre angesagt, denn nach dem zweiten Seriensieg in Italien an diesem Tag hat Jürgen Bender aus Neckarsulm auch die GT-Meisterschaftswertung im Rahmen der int. SCC-Serie für sich und das Erlenbacher Team gewonnen. Der erste Titel der heimischen Mannschaft in der Saison 2010. Mehr als sich erleichtert in die Arme zu fallen, die Fahrer, die Techniker und die Damen des Teams, bleibt am frühen Nachmittag nicht. Denn es geht ja gleich weiter. im schwer verregneten 1. DMV-Rennen am Vormittag wurde Martin Dechent lange hinter dem Schweizer Audi-DTM-Piloten Edy Kamm blockiert. Der Schweizer konnte mit seiner gewählten Abstimmung nicht wie erwartet weg-ziehen. Dechent aber war durch die Gischt, aufgewirbelt vom diffizilen Flügelwerk des DTM-Autos, lange gefangen. Teamchef Marco Bayer begleitet seinen Fahrer am späten Nachmittag an den Start. Der „Neongelbe“ ist für die nun trockene Bahn perfekt abgestimmt. Alle klappt gut. Dechent holt Gesamtrang 5 im Feld der knapp 40 Boliden und Platz 2 in der Klasse. Pech dagegen für den heimischen Wettbewerber Thomas Langer. Er fällt früh aus. Am Morgen hatte er ebenfalls einen 2. Klassenrang holen können. Sportwagenschmiedepilot Dechent konnte an diesem Tag zweimal aufs Treppchen klettern Mit den erkämpften Punkten katapultierte er sich in der EM-Tabelle der DMV-Serie auf einen ausgezeichneten 4. Rang unter 41 Fahrern in Wertung. 

Am Samstagabend sind 4 Rennen für die Unterländer Crew Geschichte. Zwei GT-Divisionssiege, der SCC-GT-Titel-2010 und 2 GT-Treppchen für die Plätze 2 und 3. Nun kann endlich in Ruhe gegrillt und ein wenig entspannt werden. Das Team aus dem Unterland genießt den trocknen Abend im Fahrerlager. Geselligkeit im Kreise von Freunden und Fans der legendären Rennstrecke im KÖNIGLICHEN PARK von Monza ist angesagt.

Sonntagvormittag, vorbei ist’s mit der Ruhe. Im vollen Zeitablaufplan des AvD-Race- Weekends von Monza wartet das Training zum klassischen AvD-100-Meilen- Langstreckenrennen auf die Crew aus dem Unterland, jener Region um Heilbronn. Die Erkenntnisse aus Benders SCC-Renneinsätzen haben die Mannen um Marco Bayer umgesetzt. Fahrwerk, Wagenhöhe, Reifenmischung und Fabrikat, alles sollte nun für den Langstreckeneinsatz stimmen. Satte 9/10 sec vor den Verfolger Hans Peter Koller aus der Schweiz als Klassenpole stand zu Buche. Martin Dechent fährt den Start und den 1. Turn. Marco Bayer checkt auf der Start und Zielgeraden bis eine Minute vor dem Start noch mal alle Absprachen und Eventualitäten der nun anstehenden 22 Runden mit dem Fahrer durch. Alles sollte funktionieren. Und wenn nicht. Dann entscheidet das Improvisationsgeschick des Fahrers im Porsche nach kurzer Abstimmung über Funk mit der Boxenmannschaft. Im Startgewühl gehen 2 Plätze verloren. „Martin hat wie abgesprochen „Risiko“ rausgenommen, so Bayer zufrieden. Als alle Fahrer Positionen bezogen haben greift Martin Dechent an. Er setzt sich in den nächsten 7 Runden in der Klasse wieder an die Spitze. „Sauber“ so der Ausruf von Bayer lachen. Im Zuge der Fahrerwechsel dann sogar die Gesamtführung vor dem schnellsten Ligier Rennsportwagen. Plötzlich macht sich am Porsche ein Reifenproblem bemerkbar. Hektischer Funkbetrieb mit der Box. Eine 2. Reifengarnitur wird sicherheitshalber vor der Box neben den Halteplatz gelegt. Dechent rauscht mit 6 sec. Vorsprung rein. Jürgen Bender steht mit Helm und Handschuhen bereit um den Porsche zu übernehmen. Aber was befürchtet wurde, tritt ein. Die Reifen müssen anders wie ursprünglich geplant, und zwar nun doch komplett gewechselt werden. Das verschlingt viele wertvolle Sekunden zusätzlich. Aus dem Vorsprung der Crew von ca. 6 Sec, werden so nun schnell einige Sekunden Rückstand. Ein hartes Erbe für den Neckarsulmer der in den Porsche klettert. Jürgen Bender aber legte sich voll ins Zeug. Er nimmt die Verfolgung von Manfred Thumann gekonnt auf. Von Rainer Noller hinter ihm drohte zu dem Zeitpunkt keine Gefahr. Sekunde um Sekunde knabberte Bender vom Rückstand auf Thumann ab. Nach 7 Runden ist der Neckarsulmer wieder an der Stoßstange des schnellen Schweizer dran. In Runde 33 passte alles perfekt. Bender bremste sich am Ende der Zielgerade neben Koller und geht im Bereich der Parabolica vorbei. 

In der für die Meisterschaft wichtigen GT-Klasse, der Division bis 3,6L Hubraum, ist der Sieg nun zum Greifen nahe. Nichts geht mehr schief. Der Sieg ist in der Tasche der Crew Bender/Dechent. Dazu die wichtigen Meisterschaftspunkte. Bender fährt noch einen Vor-sprung von knapp 2 Sec. auf den Schweizer Wettbewerber heraus. Ein hartes Stück Arbeit. „Schneller sein als der Vordermann, und dann eine Gelegenheit zum überholen finden. Nicht ganz einfach, wenn es gegen Rennende geht“, so Bender am Ende nachdenklich aber glücklich. Manfred Thumann war ein harter Gegner auf der Grand-Prix-Strecke von Monza. Rainer Noller aus Heilbronn wurde für einen zu kurz bemessenen Boxenstopp mit einer Strafzeit belegt. Das sind nun mal die Regeln in der Serie. Der mögliche 3. Gesamtrang ging verloren. Langer/Noller wurden am Ende aber noch Gesamtfünfter. 

Das lange, ereignisreiche, aber sehr erfolgreiche Rennwochenende dort im Norden von Italien ging eigentlich erst am Montag in der Nacht zum Dienstag zu Ende. Denn da war alles wieder in den heimischen Hallen angekommen. Eingeräumt in den Werkstätten in Karlsruhe und Erlenbach. Aber leider wieder keine lange Verschnaufpause in Sicht – die Vorbereitungen für den nächsten Einsatz drängen. Dem Porsche-Sports-Cup-Finale 2010 im nahen Hockenheim. 

Jürgen Holzer

Ein sehr erfolgreiches Gespann - Jürgen Bender und Martin Dechent

HTS

Artikel vom 26.10.2010

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